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Dissertationsprojekte

Lernszenarien in mehrsprachigen Lerngruppen (Arbeitstitel)

Das Lernszenario ist eine für den Unterricht in mehrsprachigen Lerngruppen konzipierte Form des offenen Unterrichts, welche durch innere Differenzierung das Sprachwachstum von Lernenden verschiedener Erstsprachen fördern soll. Seit der Zulassung des Bayerischen Lehrplans >Deutsch als Zweitsprache< im Jahre 2002 wird das Lernszenario sowohl im Regelunterricht als auch im Sprachförderunterricht der Grund- und Mittelschulen eingesetzt. Systematische empirische Untersuchungen dazu, wie sich der Einsatz von Lernszenarien auf das Arbeitsverhalten der Lernenden auswirkt und wie insbesondere Lehrende das Lernszenario aus ihrer unterrichtlichen Praxis heraus kritisch beurteilen, stehen jedoch noch aus.

Vor diesem Hintergrund entstand das Dissertationsprojekt; im Rahmen der Forschungsarbeit soll das Lernszenario evaluiert werden, um auf dieser Basis didaktische Konsequenzen für seine Weiterentwicklung auszuformulieren.

In der theoretischen Grundlegung der Arbeit werden die historischen Bedingungsfaktoren, die zur Entstehung des Lernszenarienansatzes führten, unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und schulpolitischer Entwicklungen Deutschlands dargestellt und das Konzept des Lernszenarios aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und erläutert. Im zweiten Teil der Forschungsarbeit wird das Lernszenario nach Hölscher/Piepho empirisch untersucht. Die Studie ist explorativ angelegt und erfolgt in mehreren Teilschritten; das Vorgehen ist qualitativ.

Betreuerin: Prof. Dr. Magdalena Michalak

ForEST (Formative Evaluation von SPRINT)

Analyse argumentativer Kompetenzen von Zweitsprachenlernenden im Politikunterricht (Arbeitstitel)

Argumentieren ist die Basis für eine Teilnahme an einer demokratischen Gesellschaft. Die Förderung des Argumentierens erfolgt in der Schule u.a. durch Pro-Kontra-Debatten. Das Debattieren als eine Form des mündlichen Argumentierens lernen die SchülerInnen im Deutschunterricht kennen (Grundler 2011, Krelle 2014). Diese fächerübergreifende Argumentationskompetenz wird im Politikunterricht fachspezifisch ausdifferenziert – mit dem Ziel, die kommunikative politische Handlungsfähigkeit der Schüler auf- bzw. auszubauen (Detjen et al. 2012). Im Kontext der fachlichen Inhalte sollen die Lernenden nicht nur eigene Argumente ausarbeiten, sondern auch Gegenargumente widerlegen und ihr Publikum überzeugen. Dies erfordert die Kenntnis sprachlicher Routinen und des fachspezifischen Wortschatzes (Grundler 2010) ebenso wie die Fähigkeit, die Argumente mit den Fachkonzepten der Politik in Verbindung zu setzen. Welche Herausforderung das mündliche Argumentieren im Politikunterricht für Lernende mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache darstellt, bleibt dabei vielfach noch ein Desiderat.

Daran knüpft dieses Dissertationsprojekt an. Es werden die Zugänge der Lernenden an der Schnittstelle von Sprach- und Politikdidaktik analysiert. Als Grundlage dafür dienen Tonaufnahmen aus Debatten der 10. Klasse am Gymnasium, in denen die Verknüpfung von fachlichen und sprachlichen Aspekten beim Widerlegen von Argumenten betrachtet wird.

Betreuerin: Prof. Dr. Magdalena Michalak